Wie verkostet man Whisky eigentlich richtig? Tumbler oder Noseingglas? Mit oder ohne Eis? Darf ich Wasser zum Whisky geben? Hier findet ihr die wichtigsten Do’s und Dont’s rund um das Tasting.

 

Welches Glas ist das richtige?

Es ist längst Usus für Rot- oder Weißweine jeweils ein eigenes Glas zu verwenden. Da hinterfragt niemand mehr, dass die Form des Glases den Aromen Raum gibt und sie zur Geltung bringt.

 

Bei Whisky ist das jedoch vielen noch nicht so geläufig. Aber auch hier gilt, dass die Aromatik und der Charakter des edlen Tropfens erst dann richtig heraus kommt, wenn man ihn aus dem richtigen Glas trinkt. Denn Whisky ist ja auch nicht gleich Whisky.

 

Grundsätzlich ist es nicht definiert aus welchem Getreide Whisky sein muss und wie man weiß, schmeckt jedes Getreide anders und entwickelt eine unterschiedliche Aromatik. Das ist beim Brot so und natürlich auch beim Whisky.

 

Whisky aus Mais etwa hat – ohne es wertend zu meinen – wesentlich weniger Eigenaroma als Whisky aus Gersten- oder Roggenmalz. Maltwhiskys sind komplexer und vielschichtiger. Sie entfalten sich ideal in einem sogenannten Nosingglas (Tulpenformiges Glas) am besten, wohingegen sich ein Bourbon in einem Whiskytumbler (Gerades Glas) am wohlsten fühlt. In einer schottischen, irischen oder auch österreichischen Destillerie bekommt man also immer ein tulpenformiges Glas gereicht, während in den USA, wo der Bourbon seine Heimat findet, die geraden Tumbler verbreitet sind.

 

On the rocks?

Whisky ist ein sehr komplexes Getränk. Es entfaltet seine Aromen ideal bei Zimmertemperatur. Je kälter er ist, desto weniger kann man seine Tiefe erahnen. Daher gilt, ihn immer ohne Eis zu trinken und auf Zimmertemperatur zu genießen.

 

Natürlich ist es nicht verboten sich auch eine Eiswürfel in sein Glas zu geben. Erlaubt ist was dem Gaumen gefällt. Aber man sollte sich immer bewusst sein, dass man damit nicht nur die Temperatur senkt, sondern auch die Aromen dezimiert. Und natürlich wirkt sich auch das Schmelzwasser auf den Genuss aus.

 

Mit Wasser! Darf ich das?

Das Stichwort Schmelzwasser bringt zu einem weiteren Punkt beim Trinken von Whisky: Darf ich einen Tropfen Wasser hinzugeben? Das ist eine Frage, die einem bei einer kommentierten Verkostung des Öfteren begegnet. Und die Antwort lautet: Ja, man darf!

 

Durch die Zugabe von einem Tropfen Wasser (idealerweise mit einer Pipette) gebe ich den Aromen Raum, um sich zu entfalten. In dem entsprechend geformten Glas kann meine Nase dann auf Entdeckungstour gehen und sich den immer neuen Düften und Aromen widmen. Habe ich erst mal alle Aromen erkundet, kann ich einen neuen Anlauf nehmen und noch einen Tropfen hinzufügen, um die nächste Stufe zu entdecken.

 

Aber auch hier gilt wieder Vorsicht. Wasser und zuviel Zeit verwässert den edlen Tropfen – denn die Suche nach den Aromen ist vergänglich.

 

Den richtigen Riecher haben

Hat man also den passenden Whisky, im richtigen Glas mit der ideale Trinktemperatur kommt unsere Nase zum Einsatz. Denn alle Aromen werden zuerst über die Nase aufgenommen – und obwohl ich mit jedem Atemzug auch rieche, ist es immer ein individuelles Empfinden ob etwas gut oder schlecht für mich riecht bzw. wie intensiv ich es wahrnehme. Grundsätzlich riechen wir nur mit einem Nasenloch. Vorzugsweise mit unserem Lieblingsnasenloch, das ca. 3/4 des Tages im Einsatz ist. Nur bei bewusstem Riechen werden beide Nasenlöcher benutzt.

 

Ohne unsere Nase würde alles gleich schmecken – die Nase ist die Aromaspezialistin in unserem Körper. Für die Basisdaten des Geschmacks ist die Zunge verantwortlich (süß, bitter, salzig etc.) – die Nase ordnet die Aromen zu.

 

Denn jeder duftende Gegenstand – oder Whisky – gibt Duftmoleküle ab.

Diese docken an die Duft-Rezeptoren in unserer Nase an. Ähnlich wie ein Schlüssel der ins Schloss gesteckt wird. So wird ein Impuls erzeugt, der an unser Gehirn weiter geleitet wird.

 

Jeder Duft setzt sich aus einer Vielzahl solcher Duftmolekülen zusammen, und unser Gehirn setzt diese wiederum zu einer Art „Muster“ zusammen.

Und so wie ein Buchstabe in vielen Worten vorkommen kann, kann auch ein Duftmolekühl in vielen „Mustern“ vorkommen. Wir können uns also eine Art Duft-Alphabet in unserem Kopf anlegen und diese Muster abspeichern – allerdings braucht das viel Zeit und Training! So gesehen: Trinken als Fortbildung!

 

Wenn ihr die Vielfalt von heimischem Whisky kennen lernen wollt, meldet euch gerne für eine Verkostung in unserer Whiskydestillerie an.

 

Geführte Tour & Verkostung (3 Proben) bis zu zweimal täglich zu den Öffnungszeiten.

Geführte Tour & Spezialverkostung (5 Proben) immer freitags, 14.30 Uhr (nur mit Voranmeldung).

Geführte Tour & Whiskytasting (8 Proben) jeden ersten Samstag im Monat (Sommersaison) oder jeden zweiten Samstag in der Wintersaison; Start jeweils um 14.30 (nur mit Voranmeldung).